| 1377 |
Früheste Erwähnung der „St. Nikolaus Bruderschaft“ der Spielleute |
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Über die St.-Nikolaus-Bruderschaft der Spielleute ist schon viel geschrieben worden. Dass sei nachweislich schon 1288 bestanden habe, trifft nicht zu; in der bekannten Ablassurkunde von 1288 ist nur von einem Nikolausaltar, nicht aber von einer Bruderschaft die Rede. Nach den derzeit bekannten Quellen ist sie erst seit 1377 nachweisbar und zwar mit unterschiedlichen Bezeichnungen (s. Katalog). Der Bruderschaft gehörten Musiker verschiedener Disziplinen an, wie Pfeifer, Trompeter und Lautenschlager. Dies galt auch für die leitenden Funktionäre (Spielgraf und Zechmeister) (Aufzählung s. Katalog). Das Amt des Spielgrafen, das bei keiner anderen Bruderschaft vorkommt, bedarf näherer Erklärung. „Graf“ ist in diesem Zusammenhang kein Adelstitel, sondern ein mit Exekutivgewalt verbundenes Amt im Rahmen der Organisation, welche die Spielleute in Österreich unter der Enns vom 14. bis ins 18. Jahrhundert erfasste. Anders als Gewerbetreibende aus Handwerk und Handel waren die Spielleute nur zum geringeren Teil in Städten und Ortschaften ansässig, die Mehrzahl zog im Lande umher, ihre Kontrolle, aber auch die Wahrnehmung ihrer Berufsinteressen war daher nur auf landesweiter Basis möglich. Zu diesem Zwecke schuf man mehrer Sprengel – einen auf das große Wien beschränkt, die andern über das Land verteilt- in welchen jeweils ein Spielgraf die Aufsicht über die Spielleute führte. Die gesamte Organisation war einem hochade3ligen landesfürstlichen Amtsträger, dem Erbkämmerer und „obersten Spielgrafen“ in Österreich unter der Enns, unterstellt, er durfte auch Ureile aussprechen und Strafen verhängen. Die St. Nikolaus Bruderschaft zu St. Michael in Wien, welcher der für Wien zuständige Spielgraf angehörte, fungierte als landesweite Standesvertretung der Spielleute, an sie waren Beiträge aus den einzelnen Spielgrafensprengeln zu entrichten. Als Andachts- und Versammlungsstätte der Bruderschaft wird stets der St. Nikolausaltar zu St. Michael genannt. Nun gab es …unter dem Patronat des Hl. Nikolaus…zwei Altäre: der eine, um 1350/55 errichtet und den Heiligen Katharina und Nikolaus geweiht…der andere seit 1377 eindeutig nachweisbar…hatte zunächst nur St. Nikolaus als Patron, erst seit 1504 zusätzlich den hl. Leopold. Dieser Altar war Andachtstätte für die St. Nikolaus Bruderschaft. Rudolf Perger, Pfarrgemeinde, Stiftungen und Bruderschaften bis 1626, S. 30) (red) |
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