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Kruzifix von Hans Schlais (1510/15)

Allgemeines zur kunsthistorischen Forschung

Technische Details
Der Corpus Christi ist aus einem einzigen Lindenholzblock gearbeitet: Er ist vollrund geschnitzt und polychrom gefasst. Lediglich die beiden Arme und die zwei Lendentuchdraperien sind jeweils separat ausgeführt und an den Körper angesetzt.

Der aktuell sichtbare Zustand der Polychromie (Färbung) ist ein sehr reduzierter: es lässt sich nur die ursprünglich hell-rosa Grundierung mit gemalten Venen erkennen.

Provenienz
Der ursprüngliche Standort des Kruzifixes in der Michaelerkirche ist nicht bekannt. Wahrscheinlich befand sich die Corpus Christi-Figur aber bis etwa ins Jahr 1643 an einem Kreuzaltar, der unter dem Triumphbogen des Mittelschiffs mittig platziert war. Es war dies der gängige Standort für den Kreuzaltars bei Kirchen mit Lettnern wie der Michaelerkirche. Ebenso möglich wäre aber auch eine (stehende) Anbringung des Kruzifixes direkt auf dem Lettner beziehungsweise eine an der Decke hängende über dem Lettner.

Weiters ist bekannt, dass das Kruzifix in der Mitte des 20. Jahrhundert in der Vorhalle des ehemaligen Barnabitenklosters (Eingang Habsburgergasse 12) hing. Die Christusskulptur war damals nicht nur mit einer „nachgotischen“ Fassung vollständig übermalt, sondern auch mit einer Metallkrone auf dem Kopf ausgestattet. Davon zeugt eine Fotografie, die das BDA Wien verwahrt.

Restauriergeschichte
Bei den letzten umfassenden Restaurierung des BDA im Jahr 1961-62 wurde die erwähnte Übermalung entfernt und das Werk wieder auf seinen originalen Farbzustand zurückgeführt, wenn auch nur fragmentarisch.

Des Weiteren wurden der Skulptur während dieser Restaurierung einige Holzergänzungen beziehungsweise -reparaturen hinzugefügt: So wurde etwa links eine Haarpartie mit Locke sowie ein abgebrochener Mittelfinder der linken Hand neu geschnitzt und sämtliche ausgebrochene Lendentuchkanten ergänzt.

Auch wurde zu diesem Zeitpunkt die erwähnte Metallkrone wieder durch eine aus echtem Dornengehölz gewundene Dornenkrone ersetzt und durch den Kreuznimbus ergänzt.

Auch das monumentale Kreuz und die INRI-Tafel sind ebenfalls spätere Zufügungen: So dürfte die Tafel aus der Barockzeit stammen und das Kreuz eine Zutat des 20. Jahrhunderts sein.

Seit dem Jahr 1973 ist das Kruzifix an der aktuellen Stelle an der Chorwand der Kreuzkapelle der Kirche aufgestellt und gibt ihr seither ihren Namen.

Doris Fries (unter Verwendung des Restaurierberichtes von Frau Dr. Sara Giuliani)

(red)



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