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Die Kreuzkapelle (1350)

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Schlussstein Haupt Jesu

Die Kreuzkapelle wurde 1350 vom herzoglichen Küchenmeister Stiborius Chrezzel zu Ehren der Heiligen Nikolaus, Stefan und Katharina von Alexandrien gestiftet. Am Stiftbogen der Kapellenstirnwand dreizehn Engelmedaillons, in der Laibung Ranken. Im Bogenfeld das Haupt Christi mit Stifterfiguren und Herzpalmetten. Die Wandmalereien sind aus der Erbauungszeit. Unter Baldachinen 170 cm große bedeutende Sandsteinfiguren des Meisters von St. Michael: hl. Katharina links, hl. Nikolaus rechts, um 1350/55.

Im Gewölbe sieht man drei schöne Schlusssteine: hl. Nikolaus, Maria mit dem Kind und das Haupt Christi [...]Auf der rechten Seite ist die gotische Priesterbank. Über der Sakristeitür Ölbild "Beweinung Christi" um 1700, von Anthoni Schoonjans.
neuer Kirchenführer St.Michael

Hl. Katharina - Hl. Nikolaus

Die beiden Baldachinfiguren stellen die Hl. Katharina von Alexandrien und den Hl. Nikolaus von Myra dar und wurden zwischen 1350 und 1362 von Wernhard in Auftrag gegeben.
Sie gehören zu den frühesten in Wien erhaltenen Werken des Meisters von St.Michael.

Der "ungotische" Charakter der 170 cm hohen Statuen aus Sandstein erscheint immer noch rätselhaft.
Sie gehören zweifellos zu den herausragendsten Zeugnissen jenes Stilwandels, der den Übergang von der Hoch- zur Spätgotik markiert.
Bildband, Michaelerkirche, 1996
Die Figuren wurden von Dipl. Rest. Jörg Riedel und Mag. Julia Kolar restauriert.

Sandsteinfiguren (1350) Vor- und nach der Renovierung

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Sandsteinfigur der Hl. Katharina (1350) vor und nach der Restaurierung

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Sandsteinfigur des Hl. Nikolaus (1350) vor und nach der Restaurierun

Das Kruzifix von Hans Schlais (um 1510/15)

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Das Kruzifix wurde von den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien durch Frau Dr. Sara Giuliani restauriert und erstrahlt nun nach einer umfassenden Oberflächenreinigung, diversen Holzreparaturen und farblichen Ergänzungen in neuer Pracht.

Allgemeines zur kunsthistorischen Forschung

Die Forschung schreibt das Kruzifix der Werkstatt des Wiener Bildhauers Hans Schlais zu. Es wurde um 1510 - 15 geschaffen, ist stilistisch gesehen also eine spätgotische Arbeit, die aber bereits Merkmale des aufkommenden Manierismus in sich trägt.

Hans Schlais gilt als Vertreter der sogenannten Donauschule, zu deren künstlerischer Errungenschaft eine neue Naturauffassung zählt. Diese zeigt sich in einer Vorliebe für Landschafts- und Naturdarstellungen und einer „freieren" und naturalistischen Körperauffassung: letztere findet sich auch in Schlais Christuskorpus verwirklicht.

Technische Details
Der Corpus Christi ist aus einem einzigen Lindenholzblock gearbeitet: Er ist vollrund geschnitzt und polychrom gefasst. Lediglich die beiden Arme und die zwei Lendentuchdraperien sind jeweils separat ausgeführt und an den Körper angesetzt.

Der aktuell sichtbare Zustand der Polychromie (Färbung) ist ein sehr reduzierter: es lässt sich nur die ursprünglich hell-rosa Grundierung mit gemalten Venen erkennen.

Provenienz

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Der ursprüngliche Standort des Kruzifixes in der Michaelerkirche ist nicht belegt. Es ist aber anzunehmen, dass der Corpus Christi ursprünglich auf dem Lettner stehend beziehungsweise über diesem schwebend angebracht war. Wahrscheinlich ist auch eine örtliche Verbindung zum sogenannten Kreuzaltar, der üblicherweise im bzw. hinter dem Lettner mittig platziert war.

Bekannt ist jedenfalls, dass das Kruzifix in der Mitte des 20. Jahrhundert in der Vorhalle des ehemaligen Barnabitenklosters (Eingang Habsburgergasse 12) hing. Die Christusskulptur war damals nicht nur mit einer „nachgotischen“ Fassung vollständig übermalt, sondern auch mit einer Metallkrone auf dem Kopf ausgestattet. Davon zeugt eine Fotografie, die das Archiv des Bundesdenkmalamtes besitzt.

Restauriergeschichte

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Bei den letzten umfassenden Restaurierungen des BDA im Jahr 1961-62 wurde die erwähnte Übermalung entfernt und das Werk wieder auf seinen originalen Farbzustand zurückgeführt, wenn auch nur fragmentarisch.

Des Weiteren wurden der Skulptur während dieser Restaurierung einige Holzergänzungen beziehungsweise -reparaturen hinzugefügt: So wurde etwa links eine Haarpartie mit Locke sowie ein abgebrochener Mittelfinder der linken Hand neu geschnitzt und sämtliche ausgebrochene Lendentuchkanten ergänzt.

Auch wurde zu diesem Zeitpunkt die erwähnte Metallkrone wieder durch eine aus echtem Dornengehölz gewundene Dornenkrone ersetzt und durch den Kreuznimbus ergänzt.

Auch das monumentale Kreuz und die INRI-Tafel sind ebenfalls spätere Zufügungen: So dürfte die Tafel aus der Barockzeit stammen und das Kreuz eine Zutat des 20. Jahrhunderts sein.

Seit dem Jahr 1973 ist das Kruzifix an der aktuellen Stelle an der Rückwand der Kreuzkapelle der Kirche aufgestellt und gibt ihr seither ihren Namen.

Mag.a Doris Fries (unter Verwendung des Restaurierberichtes von Frau Dr. Sara Giuliani)

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Schlussstein Haupt Christi

©verlag st. Peter
Kruzifix um 1510/15



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