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Wir stellen es uns so vor: Gott kommt in Jesus auf die Erde, um sich den Menschen genauer anzusehen und ihm einen weiteren Horizont zu vermitteln. Jesus ist vom Himmel zu uns gekommen, um uns an unseren göttlichen Kern zu erinnern.


Wenn er uns vorangeht, lässt es sich leichter gehen

Predigt am dreizehnten Sonntag im Jahreskreis, 27.6.2010

In allen europäischen Ländern fängt jetzt oder in einigen Tagen der Sommerurlaub an. Menschen ziehen sich aus der Arbeit zurück. Sie ziehen herum, suchen Orte der Entspannung und möchten sich regenerieren. Sie wollen Neues entdecken, Menschen, Plätze und Ortschaften besuchen, neu werden an Leib und Seele. Sie touren herum und werden so zu Touristen. Sie werden für eine Weile spirituelle Nomaden. Wer braucht so eine Zeit nicht? Die Frage bleibt aber: Was machen wir während dieser Frei-Zeit?

Es scheint, dass die Liturgie heute das Anliegen der Ferien aufgreift. Jesus wird dargestellt als ein göttlicher Wanderer. Er steigt vom Himmel herab, um mit den Menschen zu wandern und immer wieder als Gast bei ihnen einzukehren. Das ist ein typisch griechisches Motiv, das der Evangelist Lukas gerne für seine griechisch sprechenden Leser aufgreift. Zugleich wandelt er das Motiv um. Die griechischen Mythen erzählen von Göttern, die in Menschengestalt auftreten, die Menschen besuchen und deren Gesinnung prüfen. Jesus dagegen prüft die Menschen nicht, sondern er unterweist sie und zeigt ihnen Gottes liebende Zuwendung. Denken wir an einige Verse im Lobgesang von Zacharias: „Er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen“ (Lk 1, 68) und „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe“ (Lk 1, 78).

Besuchen heißt hier nicht eine Visite ablegen, sondern sehen, besehen, betrachten. Wir stellen es uns so vor: Gott kommt in Jesus auf die Erde, um sich den Menschen genauer anzusehen und ihm einen weiteren Horizont zu vermitteln. Jesus ist vom Himmel zu uns gekommen, um uns an unseren göttlichen Kern zu erinnern.

Das Evangelium nach Lukas, das wir soeben gehört haben (Lk 9, 51-62), ist der Anfang eines sogenannten Reiseberichtes. Jesus ist buchstäblich auf der Reise. Schon im ersten Vers heißt es: Jesus entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen (Vers 9, 51). Der Bericht beschreibt den Aufgang Jesu mit seinen Jüngern nach Jerusalem, der Stadt der Erfüllung, der Stadt aber auch seines Todes und seiner Auferstehung. Jesus geht voran als der göttliche Wanderer. Er erwartet, dass seine Jünger ihm folgen. Unterwegs wird manches besprochen und dadurch den Jüngern vieles deutlich. Mehrere geistliche Traditionen verstehen das Leben des Menschen als einen Weg, der zu Gott führt. Wir sind immer unterwegs. Wir können nicht stehen bleiben. Wandernd wandeln wir uns. Die erste Bezeichnung der Christen lautete „Anhänger des Weges“. Lukas fasst nun dieses Mitgehen mit Jesus im Zeitwort „Nachfolgen“ zusammen. Aber was ruft dieser Begriff in uns hervor? Ist es ein fremdes Wort geworden, ein Fremdwort?

Wir kennen heute Fans, Fanartikel und Fanclubs; ganze Wirtschaftszweige hängen daran. Gerade in diesen Tagen der WM ist fast jeder Mensch zu einem Fan eines Fußballclubs geworden. Wir hören von Politikern und Wirtschaftsführern, die Nachfolger aufbauen oder es versäumen, ihre Nachfolge zu regeln. Hinter den Kulissen wird eifrig um bald vakant werdende Bischofssitze verhandelt, bis die Nachfolge eines Bischofs so geregelt ist, dass niemand den Kandidaten will. Vox Romae vox populi?, fragen besorgt die Gläubigen und Bischöfe. Ist die Stimme Roms die Stimme des Volkes Gottes? Dann kommt es zu Nachfolgekämpfen. Nicht nur hier in Österreich. Von Spaltung ist die Rede, nicht von Nachfolge Christi.

Nachfolgen: ein fremdes Wort für uns? Zweimal erklären Menschen im Evangelium sich bereit, Jesus nachzufolgen. (Lk 9, 57 und 61) und Jesus spricht selber die Menschen an mit der Aufforderung „Folge mir nach“ (Lk 9, 59). Wer aber mit Jesus gehen will, muss loslassen lernen. Ohne loslassen gibt es keine Freiheit. Jesus antwortet dem Menschen, der ihm nachfolgen will, mit kurzen, kernigen Aussagen, ja mit bekannten Sprichwörtern. Sie führen in die Freiheit. Jesus nachfolgen heißt, wissen, dass wir hier keine letzte Bleibe haben. Weder die Familie noch unser Haus bieten uns ein Nest, in dem wir uns verkriechen können. Wir Menschen haben einen göttlichen Kern. Der treibt uns weiter auf unserem Weg, bis wir in Gott unsere Heimat finden. Alle Tiere haben ihre Behausung, nur der Mensch ist unbe-haus-t. Sein Haus, in dem er wahrhaft wohnt, ist allein Gott, dem er von seiner Natur her (by nature) gehört.

„Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben“ (Lk 9, 59). Mit seiner Antwort „Lass die Toten ihre Toten begraben“ (Lk 9, 60) will Jesus sich natürlich nicht von der heiligen Pflicht entziehen, den toten Vater zu begraben. Das Wort Jesu ist ein Bildwort. Es hat eine stärkere Kraft als das Wort von Elia an seinen Nachfolger Elischa in der ersten Lesung (1 Kön 19, 20). Elia erlaubt Elischa „seinem Vater und seiner Mutter den Abschiedskuss zu geben“. Dann spricht er aber feierlich: „Geh, aber komm dann zurück“ (1 Kön 19, 20).

Manche Menschen finden ihren eigenen Weg nicht, den Weg, den Gott ihnen zugedacht hat, weil sie noch zu sehr an ihrem Vater hängen. Sie haben ihren Vater noch nicht begraben. Sie lassen sich noch von ihm bestimmen. Den Weg der Nachfolge gehen heißt: sich frei machen von allen familiären Bindungen. Das Reich Gottes ist wichtiger als die Vaterbeziehung. „Geh hin und verkünde das Reich Gottes“ (Lk 9, 60). Das klingt anders, dringender und radikaler, als das Wort von Elija an Elischa: „Geh, aber komm dann zurück“! (1 Kön 19, 20). Bei Jesus muss man hingehen und verkünden!

Nachfolgen: ein fremdes Wort für uns? Ich gebe Ihnen zwei Fragen für die kommenden Woche mit: Was will ich noch unbedingt erledigen, bevor ich mich zu Jesus stellen kann? Und: Was müsste ich loslassen, um frei zu sein? Amen.

Der Geist des Mitleids und des Gebets

Predigt am zwölften Sonntag im Jahreskreis, 20.6.2010

Macht und Geld beherrschen die Welt: der Zeitungsmacher Hans Dichand starb in der vergangenen Woche mit 89 Jahren. Er hat mit seinem Zeitungsimperium eine ganze Generation Zeitungsleser in unserem Land geprägt. „Machtkampf um die ‚Krone‘“ war sofort nach seinem Tode in mehreren Zeitungen zu lesen. In Südafrika geht es in diesen Tagen nicht nur um Sport, sondern auch um viel Geld. Der Fußballweltverband FIFA hofft 2,6 Milliarden in seine Kassen zu bekommen. Was der Nutzen des Medienspektakels für das Gastgeberland Südafrika bedeutet, ist umstritten. Bei der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat alles sowohl mit Geld als auch mit Macht und noch mehr mit Ohnmacht zu tun. Ein scheidender Operndirektor in Wien erzählt, was er noch alles vorhat. „Sängerdirektor, Diktator, Fädenzieher“ nennt ihn der Kurier am heutigen Sonntag, 20.6.2010, S. 23. Auch in der Kirche als Institution geht es oft nicht um Pastoral, um die Sorge um die Menschen, sondern um Machterhalt. Die Sache Groer ist nach 15 Jahren ihres Anfanges im Jahre 1995 noch immer nicht gelöst, weil es in Rom in der Kurie große Machkämpfe gibt. Kardinal Schönborn hat vor kurzem mutig auf diesen Machtflügel hingewiesen.

Wie würde die Welt aussehen, wenn nicht Macht und Geld die Welt beherrschten? Wer traut sich diese Frage noch zu stellen? Für sich selbst, für unsere Generation, für die Generation unserer Kinder?

Die heutige erste Lesung beantwortet diese Frage. Der Prophet Sacharja (12, 10-11; 13,1) spricht in bewegenden und ansprechenden Bildern, um seine Botschaft herüber zu bringen. Er lässt nicht den Menschen sprechen, keinen König, keinen Staatspräsidenten, keinen Politiker, keinen von der Kirche, keinen weltberühmten Sportler oder keine anziehende Diva, niemanden aus dem sogenannten einfachen Volk. Er lässt Gott sprechen. Er ist die einzige Macht in der ganzen Welt. Wir nennen ihn „den Allmächtigen“. Nur er ist vertrauenswürdig und vollkommen. Nur er kümmert sich wirklich um den Menschen, den er nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen hat. Er weiß, dass zu viel und zu wenig Geld und zu viel und zu wenig Macht den Menschen zutiefst zerstören. Was sagt also dieser Gott?

Hier ist die Antwort: „Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen“ (Sacharja 12,10). Also nicht Macht und Geld, sondern Mitleid und Gebet werden in den Städten, in den Metropolen der Welt fließen. In der Metropole Wien, in den Großstädten Südafrikas, in der Hauptstadt Stockholm, in seiner restaurierten Nikolaikirche.

Sie haben gestern im Fernsehen auch sehen können, wie dort „Mitleid und Gebet“ – unter einigen Tränen –angesprochen wurden. Sie haben das kurze und kräftige „Ja“ der Prinzessin Victoria und ihrem früheren Fitnesstrainer Daniel gehört. Sie haben die Fragen des Bischofs gehört. Auf einmal scheinen die Menschen wieder verstanden zu haben: Es geht um „Mitleid“ und um „Gebet“, um einfache Liebe von zwei Menschen über soziale Schichten hinweg. Es geht um den Zusammenhalt der ganzen Nation. So muss der Kirchenraum funktonieren.

Auch in den Fußballstadien von Südafrika fließen Ströme von „Mitleid“, auf Griechisch „Sympathie“, auf die Sportidole. Mich hat immer die Verbindung zwischen Sport und Religion interessiert und fasziniert. Sie haben so viel mit einander zu tun! Elf Spieler auf dem Rasen, elf Spieler auf der Reservebank. Alle schauen auf einen Mittelpunkt, auf den Ball. Alle singen, schreien oder sind stille. Alle sind begeistert. Alle haben Vorbilder. Auch so funktioniert die Religion. Auch so wirkt der Kirchenraum. Er muss einen sichtbaren Mittelpunkt haben. Nicht ein Ideal, nicht ein Prinzip oder eine Lehre steht im Mittelpunkt, sondern eine Person. Wenn ein Raum keinen Mittelpunkt mehr hat, dann „eiert“ er. Dann „eiern“ die Menschen, dann geraten die Leute aus dem Mittelpunkt, sie fallen aus der Harmonie heraus. Sie stürzen in das Chaos.

„Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben“, so die Botschaft des Propheten Sacharja (12, 10). Schnell haben die Christen verstanden, wer das für sie ist: Jesus Christus. Er ist der Mittelpunkt. Man hat ihn durchbohrt. „Für wen haltet ihr mich?“ fragt Jesus im Evangelium (Lk 9, 20) seine Nachfolger. „Für wen haltet ihr mich?“ fragt Jesus jeden von uns. Um ihn scharen sich wöchentlich die Christen, von ihm erwarten sie Begeisterung und Einsatz. Für ihn singen und jubeln die Jünger. Wie beim religiösen Fußballspiel.

Zum Schluss der ersten Lesung ist noch etwas zu beachten: „Für die Einwohner Jerusalems wird eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit“ (13,1). Der durchbohrte Jesus wird uns reinigen von aller Sünde und aller Schuld. Es geht nicht um billige und nichts bewirkende Entschuldigung, die wir immer wieder in den Medien finden, sondern um Vergeben. „Sprache schafft Wirklichkeiten. Es bewirkt einen Unterschied im Denken der Leser- oder Zuhörerschaft, ob eine sogenannte Autorität objektiv Schuld feststellt oder sich subjektiv schuldig bekennt. Es macht einen Unterschied, ob jemand um Verzeihung bittet oder um Entschuldigung. Es macht auch einen Unterschied, ob sich jemand selbst entschuldigt. Und es macht besonderen Unterschied, ob aus der Stimme der sprechenden Person echte Reue herauszuhören ist oder bloß die bemühte Wiedergabe der Rededisposition ihres jeweiligen Spin Doctors.“ (Rotraud A. Perner, in Die Presse, 19.06.2010)

Wem vergeben wird, der kann erst schenken. Dann wird für ihn fließen: der Geist des Mitleids und des Gebets. Amen

Sana quod es saucium: heile, was verwundet ist

Predigt am Pfingstsonntag, 23.Mai 2010

Fünf Minuten vor diesem Gottesdienst. Ein Mann kommt mit strahlendem Gesicht zu mir in die Sakristei. „Wir waren dort!“, sagt er mir stolz. „Wo wart ihr denn?“, frage ich neugierig. „In Thessalonike, in der griechischen Stadt, an die der heilige Paulus seinen ersten Brief adressiert hat. In den Jahren 51-52 nach Christus. Und im Bus habe ich einen Abschnitt aus diesem ältesten Brief vorgelesen. Es ging natürlich über die Auferstehung Jesu Christi und unsere Auferstehung“ (vgl. 1 Thess 5, 1-11). Ich antwortete ruhig: „Das ist auch deine Aufgabe! Du bist ja Lektor. Dazu bist du vom Bischof bestellt, das Wort Gottes gelegen oder ungelegen vorzulesen und zu deuten.“ Der engagierte Mitarbeiter wurde noch einmal in seiner Aufgabe bestätigt.

Wir wollen heute natürlich wissen, ob es damals, zu Zeiten des Apostels Paulus, auch schon ein Pfingstfest gegeben hat. Paulus hatte es schwer genug, seine Landsleute von der Auferstehung Jesu Christi zu überzeugen. „Lest die heiligen Schriften, alles ist dort schon vorausgesagt, durch Psalmen und Propheten. Jetzt ist es in Jesus von Nazareth, dem Messias, erfüllt“. So schnell war die kleine Gemeinde Jesu jedoch nicht zu überzeugen. Bei vielen gab es Erstarrung, eine Lähmung. Das heutige Evangelium erzählt, wie die Jünger schon nach der Auferstehung „aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten“ (Joh 20, 19). Nein, es gab damals das christliche Pfingstfest noch nicht.

Ein anderer Evangelist, Lukas, beschäftigte sich in der ersten Generation der Christen mit der Frage: wie kann ich eine Botschaft so formulieren, dass die gelähmten und bangen Christen durchstarten können, endlich in die Welt ziehen um Zeugnis von Christus zu geben? Als literarisch gebildeter Mensch suchte er ein Fest, mit dem er seine Botschaft andocken kann. Es ist das traditionelle Pfingstfest der Juden, eigentlich ein Erntedankfest, dann ein Fest, um an den Bund Jahwes mit seinem Volk auf dem Berg Sinai zu erinnern. Lukas will es neu deuten, will ermutigen, will, dass die Christen in ihrem Engagement durchstarten.

So fängt die Story, die wir eben gehört haben, an: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen“ (Apg 2, 1-2a). Hier geschieht etwas, was nicht zu erklären ist. Ohne dass man es vermutet, ohne dass man es weiß, ist es „plötzlich“ da: die Wirkung des Heiligen Geistes. Niemand hat damit gerechnet. Seine Wirkung kommt nicht vom Menschen her. Nein. Sie kommt „vom Himmel her“. Da liegt der Ursprung des Geschehens. Dieser Geist, der „Heiliger“ und „heilender“ Geist genannt wird. Dieser Geist, der die Menschen heilt. Dieser Geist, der die damaligen Christen aus ihrer Erstarrung aufweicht. Auch uns Menschen: wir, die enttäuscht sind, die verwundet sind, die lieber austreten als auftreten möchten, die verbittert sind, die nichts mehr zu erwarten haben, weil alles so fad und schrecklich langweilig geworden ist. Wir, die so lange schon auf Reformen in der Kirche warten und immer wieder wird uns „von oben her“ gesagt: wir können keinen Alleingang machen. Wir brauchen die „Leitung in Rom“. Wenn alle Fußballspieler so denken würden, wenn nie ein Spieler ausbricht und ein Tor schießt, wird sich das Fußballspiel von selber auflösen. Es muss Christen geben, diese global player, die durch die sture und starre Wand durchbrechen und sagen, was es zu sagen gibt.

Das Wort „Brausen“ (Apg 2, 2a) heißt wörtlich auf Griechisch: echos. Dann denkt man spontan an das Tosen des Meeres (Lk 21, 25) oder an den Schall der Posaune (Hebr 12, 19) und an einen Trompetenstoß. Aber echos bedeutet auch die Kunde, die frohe Botschaft über Jesus (vgl. Luk 4, 37). Das Echo können wir jetzt in der Natur hören, wie der Kuckuck ruft und singt. Unsere Sieber-Orgel (1714) kann auf eine wunderbare Weise das Echo der Natur imitieren!

Lukas hat mit seiner Pfingsterzählung alles getan, um die Wirkung des Heiligen Geistes sichtbar und hörbar zu machen. Das haben auch unsere Vorfahren in der Michaelerkirche getan. Sie haben einen großen Luftschacht in der Decke der Kirche zu einem Heilig-Geist-Loch umfunktioniert. Kunstvoll geschmückt mit feurigen Zungen, die sich auf jeden von ihnen setzten (vgl. Apg 2, 3).

So werden wir am Ende des Gottesdienstes auch Rosenblüten auf die Anwesenden streuen. Die dunkelroten Blüten erinnern an die Liebe Gottes zu uns Menschen. Auch erinnern sie an die feurige Gestalt der Liebe. Dann folgen die weißen Blüten. Sie erinnern an den Neuanfang. Menschen mögen jetzt zu Pfingsten durchstarten, ihre spirituelle Festplatte neu formatieren. In einer dritten Phase werden dann rote und weiße Blüten auf die Gläubigen gestreut. Die Kirchensonate von W.A. Mozart wird uns dabei begleiten.

Erinnern wir uns nochmals an das Eröffnungsgebet bei der Segnung der Rosenblüten: „Herr, unser Gott, am heutigen Pfingstfest wirst Du uns Deinen Heiligen Geist schenken, wie Du uns versprochen hast. Zungen wie von Feuer, die sich verteilten, sind den Jüngern erschienen. Auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.“ (Apg. 2, 3). Unsere Michaelerkirche hat diese Botschaft der „Feuerzungen“ seit Jahrhunderten in der Decke des Gotteshauses künstlerisch dargestellt. Unsere Vorfahren haben so den Heiligen Geist erfahren dürfen. Auch wir erhoffen, dass Dein Heiliger Geist uns in sichtbaren Zeichen vermittelt wird. So danken wir Dir für alle Wunder Deiner Schöpfung, besonders für die Blumen und Heilkräuter, womit Du uns Freude und Gesundheit schenkst. Segne nun diese Rosenblätter, die auf uns gestreut werden. Sie erinnern uns an Deine Herrlichkeit und an den Reichtum Deines Lebens. Schenke uns Deinen Heiligen Geist und lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit Dir gelangen. Lass uns in diesem feierlichen Hochamt einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die Dich preist durch Deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit. Amen.“

(red)



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